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Corona-Krisenstab verabschiedet Bundeswehr

von Familien-Blickpunkt.de am 30/06/2021 - 15:12 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Corona-Krisenstab verabschiedet Bundeswehr

Unterstützungseinsatz endet nach acht Monaten

Kreis Offenbach - Die Corona-Pandemie hat das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach seit dem vergangenen Jahr vor noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Seit dem ersten im Kreisgebiet gemeldeten Fall am 8. März 2020 haben sich 13.365 Bürgerinnen und Bürger aus den 13 Kommunen mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert, zum Jahresende wurden zeitweise fast täglich bis zu rund 200 Neuinfektionen gemeldet. Um vor allem die Kontaktpersonennachverfolgung angesichts dieser hohen Fallzahlen sicherzustellen, unterstützte die Bundeswehr das Gesundheitsamt seit Oktober 2020. Aufgrund der inzwischen positiven Lageentwicklung mit einer durchgehend niedrigen 7-Tage-Inzidenz endet der vom Kreisverbindungskommando (KVK) Offenbach-Land koordinierte Einsatz zum 30. Juni 2021. Landrat Oliver Quilling und Dr. h.c. Ralf Ackermann, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum, verabschiedeten die Soldaten der 4. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7 und Oberstleutnant Dr. Matthias-Marcus Wanner, den Einsatzleiter des KVK Offenbach-Land, am Dienstag und dankten ihnen für ihren außerordentlichen Einsatz.

„Die Bundeswehr hat in den vergangenen Monaten durch ihre tatkräftige Unterstützung ebenfalls einen unschätzbaren Beitrag dazu geleistet, das Infektionsgeschehen im Kreis Offenbach einzudämmen und dadurch weitere Bürgerinnen und Bürger vor einer Ansteckung und in Folge vielleicht auch schlimmerem zu bewahren“, sagte Landrat Oliver Quilling. „Im Namen des Kreises Offenbach und allem voran der Mitglieder des Corona-Krisenstabs danke ich den Soldatinnen und Soldaten für die hervorragende Arbeit, die sie bei uns geleistet haben.“

„Als im vergangenen Herbst die zweite Corona-Welle mit voller Wucht durchbrach, war die Lage trotz aller vorausschauenden Maßnahmen für uns allein nicht mehr zu bewältigen“, resümierte Dr. h.c. Ralf Ackermann. „Das Team des Gesundheitsamtes war an sieben Tagen die Woche von früh morgens bis spät in die Nacht hochmotiviert zur Stelle. Doch trotz des zusätzlichen Zusammenziehens von weiteren engagierten Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachdiensten sowie der Aufstockung des Personals im Bereich Infektionsschutz durch Neueinstellungen von 46 Vollzeitstellen auf inzwischen 130, sind wir – wie die meisten anderen Gesundheitsämter in Deutschland auch – angesichts der immer schneller steigenden Infektionszahlen irgendwann dennoch an unsere Grenzen gestoßen.“ Landrat Oliver Quilling stellte nach Rücksprache mit dem KVK Offenbach-Land daraufhin am 28. Oktober 2020 einen ersten sogenannten Hilfeleistungsantrag bei der Bundeswehr. Zehn weitere folgten seitdem, um die zivil-militärische Zusammenarbeit durchgehend zu verlängern.

Zu Beginn unterstützten 15 Soldatinnen und Soldaten das Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung sowie drei Angehörige des Sanitätsregiments die medizinischen Teams bei der Abstrich-Entnahme. Hinzu kamen die Oberstleutnante Dr. Matthias-Marcus Wanner und Frank Plettenberg sowie Oberfeldapotheker Dr. Guido Kruse, die auch an den Sitzungen des Krisenstabs teilnahmen und ihm beratend zur Seite standen. Im Dezember wuchs die Personalstärke der Bundeswehr schließlich auf einen Höchststand von 43 Soldatinnen und Soldaten an. Zu dieser Zeit grassierte das Virus vor allem in den Alten- und Pflegeheimen des Kreises und sorgte auch unter den dortigen Beschäftigten für zahlreiche Krankheitsfälle. In Einrichtungen, die dies wünschten, sprangen die Kräfte der Bundeswehr deshalb auch als „helfende Hände“ ein. Dort übernahmen sie ähnliche Aufgaben wie die von Zivildienstleistenden, unterhielten sich zum Beispiel mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, gingen mit ihnen spazieren und entlasteten auf diese Weise das verbliebene Personal. Ein Einsatz, der auch von Seiten der Seniorinnen und Senioren selbst sowie von zahlreichen ihrer Angehörigen überaus geschätzt wurde.

Seit Oktober 2020 waren im zweiwöchigen Wechsel Soldatinnen und Soldaten aus der 2., 3. und 4. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7, sowie Soldatinnen und Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 906, des Sanitätsregiments 2, des Jägerbataillons 7 und Soldaten des Kreisverbindungskommandos Offenbach-Land im Kreis vor Ort. Sie wurden nahe des Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrums in Dietzenbach in einem Hotel untergebracht, zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamts standen ihnen als Ansprechpartnerinnen zur Seite. „Alle Einsatzkräfte folgten dem Motto der Bundeswehr ,Wir dienen Deutschland‘ und wurden durch den Kreis Offenbach freundlich empfangen und unterstützt“, sagte Oberstleutnant Dr. Matthias-Marcus Wanner zum Abschied. „Die Zusammenarbeit basierte auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen und hat gezeigt, dass das Konzept der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit der Bundeswehr in der Praxis ein Erfolg war.“

Sollte es die Corona-Lage in den kommenden Monaten noch einmal erfordern, kann der Kreis Offenbach bei Bedarf erneut auf die Hilfe der Bundeswehr zurückgreifen. „So reibungslos die Kooperation mit dem KVK Offenbach-Land auch war, so inständig hoffe ich dennoch, dass die weitere Corona-Entwicklung nicht dazu führen wird, dass wir das Angebot noch einmal annehmen müssen“, sagte Landrat Oliver Quilling abschließend. „Trotz derzeit entspannterer Lage ist die Pandemie noch nicht vorbei. Wir müssen aufmerksam bleiben. Die Corona-Teams im Gesundheitsamt kümmern sich weiterhin und leisten – wie zum Beispiel auch die Kolleginnen und Kollegen im Eigenbetrieb Rettungsdienst – vorbildliche Arbeit zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Kreis. Auch ihnen danke ich an dieser Stelle noch einmal für ihr unermüdliches Engagement in der zurückliegenden Corona-Zeit.“

Aktuelle Informationen zum Thema Corona können auf der Homepage des Kreises unter www.kreis-offenbach.de/corona abgerufen werden. Dort sind zusätzlich auch Grafiken und Übersichten zur Entwicklung der Fallzahlen in den einzelnen Kommunen sowie die aktuellen Regelungen zu sehen. Für die Fragen der Bürgerinnen und Bürger ist eine Corona-Hotline, Telefon 06074 8180-2222 und E-Mail [email protected] geschaltet. Diese ist montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 17:00 Uhr erreichbar.

Foto: Landrat Oliver Quilling hat die Einsatzkräfte der Bundeswehr, die den Kreis Offenbach bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützt haben, verabschiedet.

 

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