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Frühe Hilfe für Risikofamilien

von Familien-Blickpunkt.de am 11/03/2011 - 15:45 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Frühe Hilfe für Risikofamilien

Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: „Eingreifen, bevor Eltern überfordert sind“

Eschwege. Der Werra-Meißner-Kreis wird als dritter Standort des Landespräventionsprojekts „Keiner fällt durchs Netz“ auf- und ausgebaut, mit dem Risikofamilien im ersten Lebensjahr des Kindes unterstützt werden. Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, übergab dieser Tage einen Bewilligungsbescheid über Landesmittel in Höhe von 98.673 Euro für das Projektjahr 2011.

„Ziel ist es, das Schutznetz engmaschiger zu gestalten und die Risiken in hoch belasteten Familien früher zu erkennen. Sie brauchen verlässliche, kontinuierliche Unterstützung, Begleitung und Hilfen. Im Zusammenwirken vieler Stellen sollen schwierige Lebenssituationen und für die Familie riskante Entwicklungen möglichst früh gesehen werden. Darauf folgt der Schritt des Anbietens und des Organisierens und Durchführens von Hilfen, immer in der Absicht, das eigene Vermögen der Familie zu stärken“, betonte Petra Müller-Klepper.

Allen Eltern wird die Elternschule „Das Baby verstehen" zur Stärkung der elterlichen Sicherheit angeboten. Besonders belastete Familien erhalten Hausbesuche durch eine Familienhebamme über das gesamte erste Lebensjahr, um die Eltern ab der Geburt des Kindes in ihren elterlichen Kompetenzen zu fördern. In Fällen, wo die Hebammen im Laufe dieses Jahres Risikokonstellationen feststellen, werden die Familien an die bestehenden Hilfeeinrichtungen vermittelt.

Am Projektstandort gibt es darüber hinaus eine Koordinierungsstelle. Die Fachkraft dort ist Ansprechpartner für die Hebammen und für die Familien, kennt und vernetzt alle Maßnahmen des Kinderschutzes im Landkreis und vermittelt bei Bedarf weitergehende Hilfsangebote an die Eltern.

Das Projekt wurde bisher modellhaft in den Landkreisen Bergstraße und Offenbach durchgeführt und geht dort derzeit in die Regelversorgung über. „Es schließt eine Lücke und bietet passgenaue Hilfemöglichkeiten für junge Familien in problematischen Lebenssituationen, die durch die sonstigen Angebote nicht erreicht werden“, so die Staatssekretärin.

„Starke Eltern bedeuten starke Kinder und eine starke Gesellschaft. Deshalb sind der Ausbau der frühen Hilfen und die Stärkung der Elternkompetenz Schwerpunktthemen der Hessischen Landesregierung“, führte Petra Müller-Klepper aus. Das Land setze derzeit 2,9 Millionen Euro für frühe Hilfen ein. Es gelte, diese erfolgreichen Hilfen an noch mehr Standorten zu etablieren. „Achtgeben, Informieren, Fortbilden und Vernetzen, Vorsorgen, Helfen und stark machen sind Bausteine einer Kette für Kinderschutz in Hessen.“



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