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Deutliche Qualitätsverbesserung in hessischen Krankenhäusern

von Familien-Blickpunkt.de am 07/03/2011 - 14:40 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Deutliche Qualitätsverbesserung in hessischen Krankenhäusern

Totgeburten rückläufig – Überlebenschancen von Frühgeborenen steigen

Frankfurt. In den hessischen Krankenhäusern sind in den vergangenen Jahren deutliche Qualitätsverbesserungen in mehreren Bereichen der medizinischen Versorgung – der Geburtshilfe, der Neugeborenenmedizin, der operativen Gynäkologie und der Mammachirurgie – erzielt worden, die den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, sieht hierin einen Erfolg der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH), die von der Hessischen Krankenhausgesellschaft und den Krankenkassen eingerichtet worden ist. Die GQH betreut die stationären Qualitätssicherungsmaßnahmen in Hessen. Sie prüft und steigert das Qualitätsniveau der medizinischen Versorgung am Krankenhaus und macht die Behandlungsergebnisse transparent.

„Qualitätssicherung schützt das kostbarste Gut, das wir haben - die Gesundheit. Qualitätssicherung schenkt Lebensqualität, sie kann sogar Leben retten“, erklärte die Staatssekretärin anlässlich des Festakts zum 30-jährigen Bestehen der GQH. Die Hessische Geschäftsstelle Qualitätssicherung habe es geschafft, zu den einzelnen Krankenhäusern eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Sie trete nicht wie eine Kontroll-Behörde auf, sondern helfe den Krankenhäusern, sich selbst zu helfen. Gerade in einer Zeit knapper werdender Mittel sei es von größter Bedeutung, Qualitätssicherungsverfahren zu etablieren, die helfen, Defizite aufzudecken und die Qualität zu gewährleisten.

Mit dem Ziel, die Kindersterblichkeit bei der Geburt und in den ersten Tagen danach zu reduzieren, sei die Initiative vor drei Jahrzehnten gestartet. „Die so genannte perinatale Mortalität lag damals bei 1,5 Prozent lag. Sie ist bis zu den achtziger Jahren stetig gesunken und seither stabil auf einem Niveau von 0,6 Prozent - trotz Änderung des Personenstandsgesetzes, mit dem die Grenze zur Fehlgeburt auf die 24. Schwangerschaftswoche bzw. ein Geburtsgewicht von 500 Gramm verschoben wurde. Die medizinische Versorgung der Gebärenden wurde durch eine Zentralisierung der Risikogeburten gesteigert“, so die Staatssekretärin.

Die Qualitätssicherung in der Geburtshilfe ist sowohl bundesweit als auch in Hessen die „Mutter“ der externen vergleichenden Qualitätssicherung in Krankenhäusern. In Hessen wurde diese Qualitätssicherungsmaßnahme 1981 verabschiedet und 1982 eingeführt. Seit 1985 liegt eine flächendeckende Erfassung aller stationären Geburten in Hessen vor. „Die Entwicklung belegt, dass das Engagement Wirkung zeigt. Zu Recht ist daher der Ansatz auf andere Medizinbereiche ausgedehnt worden, wo er sich ebenfalls bewährt hat“, zog die Staatssekretärin eine erfreuliche Bilanz.

In der Neugeborenenmedizin (Neonatologie) habe sich die Versorgung der Frühgeborenen und deren Überlebenswahrscheinlichkeit insbesondere in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert, wovon vor allem diejenigen Frühchen profitieren, die in der 24. bis 31. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. So ist die Sterblichkeit der Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm in den letzten 20 Jahren um ein Drittel von 15 auf 10 Prozent gesunken. Eine europäische Studie, bei der neben neun anderen Regionen auch Hessen teilnahm, zeigte bei dem Vergleich der Sterblichkeit von Frühgeborenen den geringsten Wert in Hessen.

„Hessen war eines der ersten Länder, das im Rahmen eines Pilotprojektes der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie erprobte Qualitätssicherungsverfahren für die operative Gynäkologie flächendeckend einführte“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Weitere Erfolge wurden bei der medizinischen Versorgung von Brustkrebs-Patientinnen erzielt.

Der Forderung der Patienten nach mehr Transparenz über die Ergebnisqualität der Krankenhausbehandlung habe Hessen mit seinem neuen, am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Krankenhausgesetz als erstes Bundesland Rechnung getragen. „Wir können nun auch Qualitätsindikatoren in der Krankenhausplanung berücksichtigen. Das bedeutet, dass ein Krankenhaus in Zukunft den Versorgungsauftrag eingeschränkt bekommen könnte“, informierte die Staatssekretärin. Das Land Hessen nehme Qualität sehr ernst: „Mangelnde Qualität wird in Zukunft ganz konkrete Auswirkungen auf die einzelnen Krankenhäuser haben.“



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