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»Diskriminierung kann niemals mit Narrenfreiheit gerechtfertigt werden.«

von Familien-Blickpunkt.de am 16/02/2012 - 10:48 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

»Diskriminierung kann niemals mit Narrenfreiheit gerechtfertigt werden.«

Kreis Offenbach - In der letzten Plenarsitzung des Kreisausländerbeirates am 13. Februar 2012 hat sich das Plenum des Beirats geschlossen hinter die Kritik des agah-Landesausländerbeirats zur ausgestrahlten Fernsehsendung „Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaares in der ARD" gestellt.

Die Diskussion um die Büttenrede der „Ayse vom Döner TV aus Offenbach" und insbesondere die Ankündigung, die Sendung des Hessischen Rundfunks werde trotz aller Kritik nochmals ungekürzt in den dritten Kanälen ausgestrahlt, erntete heftige Kritik im Plenum.

„Der Versuch, diese diskriminierenden Äußerungen in den Mantel der Narrenfreiheit kleiden zu wollen, kann nur scheitern. Es macht schon einen gehörigen Unterschied, ob man im Rahmen einer Büttenrede lediglich parodiert oder ob man in einem Zeitfenster von knapp 7 Minuten ein Vorurteil nach dem anderen in beleidigender und stigmatisierender Weise abarbeitet", so der Vorsitzende des Kreisausländerbeirats Tuna Firat. „Es ist hierbei ausdrücklich egal, wer in dieser Büttenrede angesprochen wurde", unterstreicht Tuna Firat.

„Während wir an der Basis seit fast zwei Jahrzenten für ein diskriminierungsfreies und friedfertiges Leben aller Menschen kämpfen und unseren Beitrag hierzu durch unsere politische Arbeit und unseren Initiativen leisten, ist es nicht hinnehmbar, dass gerade im Hessischen Rundfunk als durch Steuermittel finanzierte Rundfunkanstalt hierfür kein Feingefühl zu existieren scheint."

Die Resonanz aus dem Plenum aber auch aus dem Vorstand des Kreisausländerbeirats hierzu ist daher einstimmig.

„Die einzig richtige Reaktion auf die begründete Kritik des Landesausländerbeirats wäre gewesen, die in Rede stehende Büttenrede der „Ayse" aus der Sendung für nachfolgende Ausstrahlungen zu kürzen. Diese Rede ist als gezielte Verunglimpfung einer Gruppe der Gesellschaft strikt vom Rest der Sendung zu trennen und zu verurteilen. Eine erneute Ausstrahlung ist absolut kontraproduktiv im Hinblick auf alle integrationsspezifischen Bestrebungen", führt Tuna Firat weiter aus.

„Total überrascht und bestürzt", zeigt sich Firat auf die neueste Pressemeldung des CDU Landtagsabgeordneten Ismail Tipi, der ebenfalls aus dem Kreis Offenbach stammt. „Den Landesausländerbeirat in seinem begründeten und entschiedenen Vorgehen gegen Diskriminierung, mit dem Vorwurf des interessensgesteuerten Vorgehens des Vorsitzenden anzugreifen ist mehr als denkwürdig und geht gezielt an einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema vorbei. Offenkundig hat Herr Tipi aber auch die gute und vorzeigbare Integrationsarbeit des Kreises Offenbach seit Jahren trotz Anwesenheit nicht zur Kenntnis nehmen wollen, sonst hätte er sicherlich erkannt, dass sich in der Kritik des Landesausländerbeirats die Grundhaltung aller Ausländerbeiräte gegen jegliche Art von Diskriminierung wiederspiegelt", so Tuna Firat weiter.

Des Weiteren weist der KAB-Vorsitzende hin, dass selbst die Europaausgaben der türkischen Tageszeitungen Hürriyet und Sabah geschlossen hinter dem agah Protest stehen. Dem zu folge entspricht dies eher der Meinung der Mehrheit der türkischen Community als die des Landtagsabgeordneten mit türkischer Herkunft.

„Es ist keineswegs überzogene Kritik wenn der Generalverdacht der Kriminalität und die Unterstellung allgemeiner Dummheit und Bildungsferne durch die Ausländerbeiräte kritisch beim Namen genannt werden. Herr Tipi hat sich selbst disqualifiziert, indem er ebenfalls mangelndes Feingefühl hierfür gezeigt hat."

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