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Fachkräftesicherung gesamtgesellschaftliches Thema

von Familien-Blickpunkt.de am 09/09/2011 - 11:24 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Fachkräftesicherung gesamtgesellschaftliches Thema

Bei zweitägiger Jahresveranstaltung zum Europäischen Sozialfonds diskutieren Experten aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Wirtschaft.

Frankfurt am Main (hsm) -  Zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den drohenden Fachkräftemangel hat der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner aufgerufen. „Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften bringt neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen hervor, denen nur gemeinsam begegnet werden kann. Hessen muss sich dieser Aufgabe stellen, denn nur so lassen sich der Wohlstand und der gesellschaftliche Zusammenhalt in unserem Land sichern“, sagte Grüttner anlässlich der Eröffnung der Jahrestagung zum Europäischen Sozialfonds (ESF) in Frankfurt.

Der Sozialminister betonte, der Fachkräftemangel sei ein Zukunftsthema, dem sich die Hessische Landesregierung verantwortungsvoll stelle. „Hierbei handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir mit einer Vielzahl an abgestimmten Maßnahmen entgegentreten“, sagte Grüttner. Als Beispiel nannte er die „Fachkräftekommission Hessen“, die von der Hessischen Landesregierung im Herbst 2011 ins Leben gerufen werden soll. Zunächst wird diese eine neutrale Bestandsaufnahme für das Land vornehmen, um so die in Hessen vorhandenen Potentiale aufzeigen zu können. Hieraus sollen dann konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt werden.

Sozialminister Grüttner betonte, das Thema sei auf Papieren angekommen, seine Bedeutung und Wichtigkeit drücke sich jedoch noch nicht im Handeln all derjenigen aus, die handeln müssten. „Fachkräftesicherung ist noch nicht hinlänglich in den Köpfen als Gegenwarts- und Zukunftsproblem angekommen.“ Die noch bestehende Arbeitslosigkeit behindere das Problembewusstsein für den Fachkräftemangel als ein vorrangiges Thema, sagte der Minister: „Es wirkt auf viele noch zukunftslastig und abstrakt. Hier müssen wir zunächst noch mehr Aufklärungsarbeit leisten: Dieses Problem hat eine ähnliche gesellschaftspolitische Tragweite wie die Herausforderungen in der Pflegeversicherung oder im Rentensystem und es ist auch mit ihnen verknüpft.“

Der Sozialminister sieht neben vielen Handlungsfeldern vor allem die Notwendigkeit, dass die Betriebe ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder stärker in den Mittelpunkt des betriebswirtschaftlichen Denkens rücken. „Der Beschäftigte ist nicht zuallererst betriebswirtschaftlicher Kostenfaktor, sondern Träger und Gewährleister des wirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens“, betonte Grüttner.

Hessen werde in seinen Landesteilen mit unterschiedlichen Entwicklungen umzugehen haben. In den Landkreisen Werra-Meißner, Hersfeld-Rothenburg sowie in der Stadt Kassel sei bereits in den kommenden Jahren mit einem Rückgang der Erwerbspersonenzahl im zweistelligen Prozentbereich zu rechnen. Zugleich sei in den Landkreisen Wetterau, Fulda, Main-Taunus und Limburg-Weilburg sowie in den Städten Offenbach und Wiesbaden ein starker Bevölkerungszuwachs zu erwarten. „Bis 2050 werden etwa 67 Prozent der Erwerbspersonen in Hessen im Regierungsbezirk Darmstadt wohnhaft sein. Der Arbeitsmarkt in Hessen wird sich also stark und insbesondere regional wandeln. Diese Veränderung hat bereits begonnen und ist auch nicht umkehrbar“, erklärte Sozialminister Grüttner.

Das Hessische Sozialministerium veranstaltet einmal im Jahr eine Tagung zum ESF, die einerseits die Förderung des größten arbeitsmarktpolitischen Instrumentes der Europäischen Union in Hessen dokumentieren soll, andererseits aktuelle beschäftigungspolitische Themen aufgreift. Der ESF fördert mit rund 25 Millionen Euro pro Jahr über 450 arbeitsmarktpolitische Projekte der Hessischen Landesregierung.

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