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Hessen startet Modellprojekt „Qualifizierte Schulvorbereitung“

von Familien-Blickpunkt.de am 03/03/2012 - 10:57 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Hessen startet Modellprojekt „Qualifizierte Schulvorbereitung“

Kitas und Grundschulen können sich bis 11. April 2012 bewerben.

Wiesbaden (hsm) -  Die Hessische Landesregierung möchte allen Kindern in Hessen die besten Bildungschancen bieten. „Allen Mädchen und Jungen sollen optimale Startchancen und mehr Chancengerechtigkeit durch individuelle Förderung und bessere Gestaltung des Übergangs in die Grundschule eröffnet werden. Dies ist die beste Investition in die Zukunft. Damit dies noch besser gelingen kann, sollen Kindertagesstätten und Grundschulen die Zusammenarbeit intensivieren und damit schon früh beginnen. Deswegen starten wir in Hessen das Modellprojekt Qualifizierte Schulvorbereitung“, sagte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner gestern in Wiesbaden.

Schulvorbereitung diene nicht allein der Vorbereitung auf die Schule, sie sei eine umfassende Vorbereitung auf das Leben, betonte Grüttner. Laut bundesweiten Studien benötigten etwa 25 Prozent der Kinder besondere Unterstützung beim Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule. „Die Qualifizierte Schulvorbereitung bietet den Fach- und Lehrkräften die Möglichkeit, gemeinsam mit den Familien die letzten beiden Kindergartenjahre mit alltagsintegrierten Bildungsangeboten zu gestalten.“

Für das bis 2014 laufende und wissenschaftlich begleitete Modellprojekt werden etwa 30 Modellstandorte in Hessen gesucht, die jeweils aus einer Grundschule sowie ein bis zwei Kindertagestätten bestehen, den sogenannten „Tandems“. Erfolg haben nur gemeinsame Bewerbungen, denn die frühe und intensive Zusammenarbeit ist der Kern des Projektes. Dabei ist es für Einrichtungen im eher ländlich strukturierten Raum auch möglich, dass sich ein Tandem aus einer Kita mit einer Schule oder eine Schule mit Kitas aus zwei Einzugsbereichen bewirbt. „Die zentrale Frage ist: Welche Kompetenzen benötigen Kinder, damit sie sich bestmöglich entwickeln können, und wie können Kinder beim Aufbau dieser Kompetenzen am besten unterstützt werden“, erläuterte Grüttner das Anliegen des Projektes.

Zielgruppe sind Kinder, die noch zwei Kindergartenjahre bis zur Einschulung vor sich haben. So ist ausreichend Zeit, um Bildungsprozesse nachhaltig zu gestalten. Im Rahmen des Modellprojektes kann an den noch auszuwählenden Standorten 2012 und 2013 jeweils ein Jahrgang vierjähriger Kinder teilnehmen. Vier Bereiche bilden bei der Qualifizierten Schulvorbereitung besondere Schwerpunkte:

• Förderung der sprachlichen Bildung und Entwicklung

• Bewegung und Motorik

• soziale Kompetenz und Lebenspraxis (Erwerb von Kulturtechniken)

• Stärkung der lernmethodischen Kompetenz (das Lernen lernen)

„Diese Basiskompetenzen stehen in einem engen Zusammenhang mit den Entwicklungs- und Lernerfolgen der Kinder“, erklärte Grüttner: „Im Fokus ist dabei immer das Kind, seine individuellen Potentiale, Stärken und Kompetenzen.“

Die fachliche Grundlage des Modellprojektes bildet neben dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren (BEP) ein Rahmenkonzept, in welchem die vier genannten Bereiche vertiefend erklärt und beschrieben werden. Die „Tandems“ müssen beide Dokumente als Grundlage ihrer pädagogischen Arbeit anerkennen.

Der mit der Teilnahme an der Qualifizierten Schulvorbereitung verbundene Mehraufwand wird im Rahmen des Modellprojektes von Seiten des Landes honoriert. „Die beteiligten Einrichtungen leisten Pionierarbeit, von der am Ende des bis 2014 laufenden Projektes alle hessischen Einrichtungen profitieren werden. Daher erhalten die beteiligten Kindertageseinrichtungen für jedes teilnehmende Kind eine Förderpauschale von 300 Euro pro Jahr sowie einmalig 100 Euro für die Einschätzung des Entwicklungs- und Sprachstands des Kindes. Die jeweilige Grundschule erhält zusätzliche Lehrkraftstunden“, erläuterte der Sozialminister. Insgesamt stellt das Land allein in diesem Jahr knapp 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Fachkräfte werden gemeinsam mit der beteiligten Lehrkraft in einer insgesamt sechstägigen Fortbildung für ihre Aufgabe qualifiziert. Das Land stellt den Trägern der Kindertageseinrichtungen zusätzlich Mittel für eine Vertretungsregelung zur Verfügung. Die fachliche und wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), München, und das Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), Mainz.

Für die bis Mittwoch, 11. April 2012, laufende Bewerbungsfrist stehen den interessierten Tandems Bewerbungsunterlagen im Internet (Adresse siehe unten) zur Verfügung, die am Computer ausgefüllt werden können.

„Ich bin mir sicher, dass viele Kindertageseinrichtungen dieses Angebot wahrnehmen und sich gemeinsam mit einer Grundschule bewerben werden. Die Zusammenarbeit hat sich auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans an vielen Orten bereits bewährt. Mit der Qualifizierten Schulvorbereitung kann diese weiter intensiviert werden“, sagte Sozialminister Grüttner abschließend.

Internet: Nähere Informationen zur Qualifizierten Schulvorbereitung stehen ab Montag, 5. März 2012, unter www.qsv.hessen.de zur Verfügung. Neben der Ausschreibung und dem Bewerbungsbogen kann dort auch das Rahmenkonzept, das als fachliche Grundlage der Qualifizierten Schulvorbereitung dient, heruntergeladen werden. Die oben angegebenen Informationen finden Sie bereit jetzt unter www.bep.hessen.de.

www.familien-blickpunkt.de



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