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Hygiene-Siegel für Johanniter-Unfall-Hilfe

von Familien-Blickpunkt.de am 04/07/2019 - 11:47 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Hygiene-Siegel für Johanniter-Unfall-Hilfe

Kreis Offenbach - Landrat Oliver Quilling hat am Dienstag die Johanniter-Unfall-Hilfe in Rodgau mit dem Hygiene-Siegel des MRE-Netz Rhein-Main ausgezeichnet. Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam sind. Diese Erreger sind in den vergangenen Jahren zu einem enormen Problem geworden. Zuletzt hatten aktuelle Zahlen des „Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“ für Aufsehen gesorgt: Demnach starben im Jahr 2015 in der Europäischen Union mehr als 33.000 Menschen nach Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien. Acht Jahre zuvor waren es nur 25.000 Opfer gewesen. Insgesamt hatten sich 2015 beinahe 700.000 Menschen mit den gefährlichen Keimen infiziert.

Um diese Zahlen zu senken, wurde das MRE-Netz Rhein-Main gegründet. Unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration arbeiten Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken, Pflegedienste und Altenpflegeheime, die Landesärztekammer Hessen, die kassenärztliche Vereinigung Hessen, sowie Rettungsdienste und Labore zusammen. Die Leitung und Koordination der Maßnahmen vor Ort übernehmen die jeweiligen Gesundheitsämter der Städte Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden sowie des Hochtaunuskreis, des Main-Kinzig-Kreises, des Main-Taunus-Kreises, des Kreises Offenbach, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Wetteraukreises.

Ziel ist es, die Entstehung der Erreger sowie deren Verbreitung möglichst effektiv zu verringern und Behandlungsmethoden zu verbessern. Ein erster Schritt ist eine umfassende Information von Personal, Patienten und deren Angehörigen. Darüber hinaus werden in dem Netzwerk Hygienemaßnahmen erarbeitet, die eine Weiterverbreitung der Keime in Klinik oder Altenpflegeheimen gezielt vermeiden. Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeheime, die die vorgeschlagenen Hygienemaßnahmen vorbildlich umsetzen, werden mit dem Siegel des MRE-Netz Rhein-Main ausgezeichnet.

Als erste Rettungsdienst-Einrichtung im Kreis Offenbach erhielt nun die Johanniter-Unfall-Hilfe in Rodgau das Siegel. Oliver Quilling: „Der Rettungsdienst hat unter anderem einen aktuellen Hygieneplan erstellt, die Hygieneempfehlungen des MRE-Netz Rhein-Main konsequent in den Arbeitsalltag einfließen lassen sowie die Mitarbeiter entsprechend weitergebildet. Außerdem gibt es einen festen Ansprechpartner in Sachen Hygiene.“

Wer sich und andere vor multiresistenten Erregern schützen will, sollte übrigens in Krankenhäusern und Pflegeheimen vor allem auf ein regelmäßiges Desinfizieren der Hände achten. Dadurch wird es den Keimen schwergemacht, sich weiter zu verbreiten. Zudem fordert das „Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten“, die Verschreibung von Antibiotika zurückzufahren und häufiger als bisher Schnelltests einzusetzen, mit denen festgestellt werden soll, ob die Infektionen von Patienten von Viren oder Bakterien ausgelöst wurden. Nur im letzteren Fall sind Antibiotika überhaupt sinnvoll. Darüber hinaus sind Ärzte angehalten, erst einmal den Krankheitsverlauf abzuwarten und Antibiotika erst dann zu verschreiben, wenn der Zustand der Patienten sich verschlechtert.

Foto: Landrat Oliver Quilling (Mitte) überreicht dem Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Sven Korsch (dritter von links) das Hygienesiegel des MRE-Netz Rhein-Main. Bei dem Termin anwesend waren auch der Hygienebeauftragte Dirk Stadtfeld (zweiter von links), der Rettungsdienstleiter des Standortes Rodgau Christian Keller (zweiter von rechts) und Dr. Doris Bobyk (dritte von rechts) vom Fachdienst Gefahrenabwehr und Gesundheitszentrum des Kreises Offenbach sowie die Rettungssanitäter Ronja Widakovic (links) und Oliver Uttke (rechts). Im Hintergrund steht sowohl der Infektionskrankentransportwagen (links) und ein Rettungstransportwagen (rechts).

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