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Mehr männliche Erzieher in die Kitas

von Familien-Blickpunkt.de am 27/06/2020 - 14:49 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

In den nächsten drei Jahren werden rund 13 Millionen Euro bereitgestellt, um mehr Männer für den Erzieherberuf in Deutschland zu gewinnen. Das Modellprogramm "Mehr Männer in Kitas", das am 1. Januar 2011 beginnt, soll das Interesse von Jungen und Männern am Beruf des Erziehers wecken, sie bei der Entscheidung für den Erzieherberuf unterstützen und die Perspektiven für Männer (und Frauen) in den Kindertageseinrichtungen verbessern. Heute überreichte die Bundesministerin für Familie in Berlin die Förderbescheide an die 16 ausgewählten Modellprojekte. 

In den meisten Kitas gibt es fast nur Erzieherinnen. Dabei brauchen gerade Kinder in diesem Alter unterschiedliche Rollenvorbilder, an denen sie sich orientieren können. Männern bietet der Beruf des Erziehers große Chancen und Möglichkeiten.  Es ist erfreulich, dass sich so viele Träger mit neuen, interessanten und Erfolg versprechenden Konzepten um die Teilnahme an unserem Modellprogramm beworben haben. Die Initiatoren sind sich sicher: „Wir werden es schaffen, den Anteil männlicher Erzieher in Kindertagesstätten zu erhöhen."

Fehlende männliche Bezugspersonen wirken sich nach Auffassung von Fachleuten nachteilig auf das Bindungs-, Aggressions- und Gewaltverhalten sowie auf die Bildungschancen von Jungen aus. Männer in Kitas sollen Jungen (und Mädchen) in einer Zeit, in der sie ihre Geschlechtsidentität entwickeln, ein erweitertes Spektrum an gelebten Vorbildern bieten und damit auch einen möglichen Mangel an männlichen Bezugspersonen im familiären Bereich ausgleichen. Doch obwohl ihnen die Türen bei den Kindertageseinrichtungen weit offen stehen, lag der Anteil männlicher Mitarbeiter im pädagogischen Bereich der Kindertagesstätten 2008 bundesweit bei 2,4 Prozent.

Vom kommenden Jahr an werden diese Träger unterschiedliche Konzepte erproben, um den Anteil männlicher Erzieher in den Kindertagesstätten zu steigern. Info-Busse, Schüler-Praktika, Schnuppertage, Freiwilligendienste, Mentorenprogramme, die Einbindung von beruflichen Quereinsteigern, aktive Väterarbeit sowie Runde Tische sollen dazu beitragen, mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen. Langfristiges Ziel ist ein Anteil von 20 Prozent männlichen Fachkräften in der frühkindlichen Erziehung und Bildung. 



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