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Potenziale und Ressourcen älterer Menschen wahrnehmen und nutzen

von Familien-Blickpunkt.de am 16/06/2011 - 11:18 |

Themenfelder: Leben und Gesellschaft

Potenziale und Ressourcen älterer Menschen wahrnehmen und nutzen

Hessisches Sozialministerium startet mit Dialogforen Seniorenpolitische Initiative.

Oberursel. Die Hessische Landesregierung will durch eine Verstärkung und Weiterentwicklung der Seniorenpolitik dem wachsenden gesellschaftlichen Stellenwert der älteren Generationen Rechnung tragen. Dies erklärte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner gestern anlässlich der Mitgliederversammlung der Landesseniorenvertretung auf dem Hessentag 2011 in Oberursel. „Im kommenden Jahr werden wir im Rahmen einer Seniorenpolitischen Initiative einen Schwerpunkt auf die Politik mit älteren Menschen und für ältere Menschen setzen. Vorbereitend wird das Hessische Sozialministerium hierzu in diesem Jahr Dialogforen mit allen wichtigen Akteuren veranstalten.“

Das immer noch in der Gesellschaft vorherrschende negative Bild „Alter = Pflegebedürftigkeit“ müsse korrigiert werden, betonte der Sozialminister. „In der Regel streben die Menschen nach ihrem Eintritt ins Rentenalter eine aktive Lebensgestaltung an. Sie sind sportlich aktiv und übernehmen Aufgaben in der Familie oder im Ehrenamt.“ Wichtig für sie sei, geistig wie körperlich rüstig zu bleiben. Hinzu komme, dass sich die Gesundheit älterer Menschen laufend verbessere oder sie später als bislang akut oder chronisch erkrankten. Diese Entwicklung sei eng mit dem medizinischen Fortschritt und der allgemein guten sozialen Absicherung des Alters verbunden. Auf der anderen Seite sei eine Zunahme von Alterskrankheiten, besonders der Demenz, festzustellen, die zur Pflegebedürftigkeit führten. Diese Menschen hätten Anspruch auf eine würdevolle und qualifizierte Pflege. Grüttner: „Die Gesellschaft der Zukunft jenseits der gesetzlichen beruflichen Altersgrenze wird zwei Alterskulturen umfassen: eine Alterskultur für aktive ältere Menschen und eine Alterskultur für pflegebedürftige Menschen.“ Auf beide Gruppen müsse sich eine moderne Seniorenpolitik konzentrieren.

Diesen Prozess gelte es mit allen Beteiligten gemeinsam zu gestalten, so der Sozialminister weiter: „Aus den mit dem demographischen Wandel einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen ergeben sich große Herausforderungen – für die Gesellschaft, das Land, die Kommunen, für den Wirtschaftsstandort Hessen, die sozialen Sicherungssysteme und für den Zusammenhalt der Generationen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass in eine Sozialpolitik der Zukunft alle Akteure eingebunden werden.“ Deshalb veranstaltet das Hessische Sozialministerium bis Ende 2011 verschiedene Dialogforen, in deren Rahmen Schwerpunktthemen wie Mobilität, Gesundheit, Ehrenamt, Pflege oder Arbeitsmarkt mit den Beteiligten diskutiert werden. Daran beteiligt werden sollen unter anderem die Landesseniorenvertretung, die kommunalen Spitzenverbände, die Träger der freien Wohlfahrtspflege, der Landessportbund, die Landesehrenamtsagentur, die Pflegeversicherungen und viele andere. Die Ergebnisse dieser Dialogforen sollen im Rahmen der Seniorenpolitischen Offensive 2012 in politische Maßnahmen einfließen. „Nur mit allen Akteuren gemeinsam kann die Politik die Herausforderungen der Zukunft lösen und den demographischen Wandel als Chance für das Zusammenleben und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft gestalten“, sagte Grüttner weiter.

Der Sozialminister rief dazu auf, die Chancen zu nutzen, die eine älter werdende Gesellschaft mit sich bringe. „Die Erfahrung älterer Menschen verdient Achtung und Beachtung. Sie muss stärker als bisher genutzt werden. Wir müssen die Sensibilität für die Kompetenzen älterer Menschen wecken und ihre soziale Eingliederung ermöglichen.“ Sie seien Experten fürs Leben, ein Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft. „Auf diese Erfahrungen und Fähigkeiten können und wollen wir nicht verzichten.“ Die Chance, den demographischen Wandel positiv gestalten zu können, werde entscheidend davon abhängen, wie sich die Potenziale der älteren Generation entfalten können, so Sozialminister Grüttner weiter.

Sozialminister Grüttner lobte die Arbeit der Landesseniorenvertretung, die in diesem Herbst ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert, und sprach allen ehrenamtlich Engagierten seinen Dank aus: „Die mehr als 1.500 Seniorinnen und Senioren, die sich in 121 Seniorenbeiräten ehrenamtlich engagieren, setzen sich mit Engagement und Erfolg für die Interessen der älteren Generation ein. Sie bringen ihre Erfahrung und ihren Sachverstand in das Gemeinwesen ein und tragen so zur Lösung von Problemen bei. Ihr Engagement ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.“



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