Magazin

Projekt 50PLUS zieht erfolgreich Bilanz

von Familien-Blickpunkt.de am 10/02/2013 - 17:18 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Projekt 50PLUS zieht erfolgreich Bilanz

Kreis Offenbach - „Insgesamt konnten wir im Jahr 2012 450 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln", stellt der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller, die aktuelle Bilanz des Projektes 50PLUS vor. „Vor allem die Nachhaltigkeit beeindruckt mich. Seit Projektstart im Januar 2006 konnten wir insgesamt 2.097 langzeitarbeitslose Menschen über 50 Jahre in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln! Mit den sogenannten Minijobs kommen wir sogar auf 2.937 Vermittlungen."

Die 450 Vermittlungen von älteren Menschen in Arbeit im vergangenen Jahr sind im Vergleich zu 2011 eine Steigerung von circa neun Prozent. Davon weisen 368 eine Beschäftigungsdauer von über sechs Monaten auf. Hinzu kommen 22 Existenzgründer. Lediglich 60 wiesen eine Beschäftigungsdauer von bis zu sechs Monaten auf. Zusätzlich nahmen 1.208 ältere Langzeitarbeitslose an Coachings, Qualifizierungsmaßnahmen, Praktika oder Sprachfördermaßnahmen teil. 208 Menschen über 50 Jahre wurden 2012 außerdem in einen Minijob vermittelt.

„Circa 80 Prozent der Vermittlungen fanden statt, ohne dass wir einen speziellen Arbeitgeberzuschuss zahlen mussten. Das sagt viel über die Qualität der Vermittlungsarbeit und über das Fallmanagement 50PLUS aus", stellte Müller fest.

Auch dank der kontinuierlichen Erfolge des Projektes 50PLUS sank, laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA), die Zahl der über 50jährigen Hartz-IV-Empfänger im Kreis Offenbach zwischen Januar 2011 und Dezember 2012 von 2.070 Personen oder 4,4 Prozent auf 1.532 Personen beziehungsweise 3,0 Prozent.

„Diese Zahlen sind ein deutlicher Beleg für den Erfolg des Projektes 50PLUS. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Zahl der älteren Arbeitslosen insgesamt – also der Empfänger des Arbeitslosengeldes I und der Langzeitarbeitslosen über 50 – laut BA zwischen Dezember 2011 und Dezember 2012 von 2.857 auf 2.997 gestiegen ist. Erfreulich ist zudem, dass ein Imagewandel in der Gesellschaft und besonders bei Arbeitgebern eingesetzt hat. Ältere Arbeitnehmer werden heute wegen ihres Erfahrungsschatzes vermehrt umworben und nicht mehr sofort wegrationalisiert", machte Müller deutlich.

Der Erfolg des Projektes 50PLUS kommt für den Sozialdezernenten daher keineswegs überraschend. Müller: „Es war uns von vornherein klar, dass gerade die älteren Langzeitarbeitslosen vor Hartz IV sträflich vernachlässigt wurden. Wir haben nämlich die Erfahrung gemacht, dass Arbeitgeber die Qualitäten von über 50jährigen durchaus zu schätzen wissen. Sie müssen nur richtig vermittelt werden. Deshalb hat der Kreis auch seinerzeit am bundesweiten Pilotprojekt 50PLUS teilgenommen. Wir wollten uns speziell um diese Zielgruppe kümmern und etwas in Bezug auf die Wahrnehmung älterer Arbeitnehmer generell ändern."

Hier habe sich in den vergangenen Jahren auch viel getan, so Müller weiter. Über 50 zu sein, sei inzwischen in vielen Branchen im Kreis kein Handicap mehr - im Gegenteil. „Dies mussten wir allerdings mit unseren Projektmitarbeitern erst in die Köpfe der Personalverantwortlichen bringen", betont der Kreisbeigeordnete. „Ich denke, das ist uns gelungen! Zudem unterstützen wir mit unserem Projekt gezielt Arbeitgeber in der Einarbeitungsphase älterer Langzeitarbeitsloser und bringen angesichts des aktuellen Fachkräftemangels Arbeit und Arbeitnehmer zusammen", erläuterte Müller und verweist auf die Internetseite des Projektes. „Unter www.proarbeit50plus.de können sich Unternehmer und ältere Arbeitnehmer gezielt über unsere Angebote informieren. Auch eine Stellenbörse ist im Internetauftritt integriert", erläutert der Sozialdezernent.

Als Plus erwies sich auch die Idee des Kreises im Fallmanagement 50PLUS ehemalige Langzeitarbeitslose einzusetzen. „Diese Menschen wirken einfach glaubwürdig. Sie wissen, von was sie sprechen, sind hoch motiviert und können selbst motivieren", so die Leiterin des Projektes 50PLUS Brunhilde Link. „Darüber hinaus arbeiten wir sehr erfolgreich mit verschiedenen Aktivierungsmaßnahmen, wie Potential-Analysen, Gruppenveranstaltungen, speziellen arbeitsmarktnahen Bewerbungs-Checks oder einem altersbezogenen Einzelcoaching."

www.familien-blickpunkt.de



Kommentare


Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

*Name:
*E-Mail:
Website:
*Kommentar:
  Bitte geben Sie den Text, den Sie links im Bild sehen, in das Textfeld ein. Hierdurch werden automatische Kontaktanfragen verhindert.
Bild mit dem Bestätigungscode kann nicht angezeigt werden