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Dezentrale Schule feiert 10-jähriges Bestehen

von Familien-Blickpunkt.de am 18/04/2015 - 12:07 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Dezentrale Schule feiert 10-jähriges Bestehen

Kreis Offenbach - Die Dezentrale Schule des Kreises Offenbach sorgt für ein Stück Chancengleichheit, indem sie schwächere und benachteiligte Jugendliche an allgemeinen Schulen durch frühzeitige Förderung sowie präventive Maßnahmen gezielt unterstützt. Am Freitag feierte die Dezentrale Schule im Kreistagssitzungssaal des Kreishauses Dietzenbach ihr 10-jähriges Jubiläum.

Am 18. Mai 2004 beschloss der Kreistag eine „Dezentrale Schule für Erziehungshilfe und Kranke“ zu gründen. Grundgedanke war es, seelisch angeschlagene oder verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler nicht aus den Klassenverbänden zu reißen, sondern vor Ort in ihrer Schule zu belassen und die dortigen Lehrkräfte durch zusätzliches pädagogisches Personal zu unterstützen. „Wir wollten nicht stigmatisieren, sondern integrieren. Im Grunde genommen praktizierten wir damit Inklusion, lange bevor der Begriff die politische Agenda erreichte“, betonte Landrat Oliver Quilling auf dem Festakt.

„Die ‚Dezentrale Schule mit Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung und kranke Kinder‘ - so die offizielle Bezeichnung heute - ist mittlerweile ein ganz wichtiger Teil der hiesigen Bildungslandschaft“, so Quilling weiter. „Gemeinsam mit den Lehrkräften der allgemeinen Schulen werden individuelle Konzepte zur Bewältigung von Problemen oder persönlichen Krisen erarbeitet, die sich negativ auf die schulische Leistung eines Kindes auswirken.“

Das Unterstützungsangebot richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler, die sich nicht an Regeln halten, den Schulbesuch über längere Zeit verweigern oder psychische Auffälligkeiten aufweisen. „Darüber hinaus leistet das Kollegium der Dezentralen Schule einen wichtigen Beitrag zur Inklusion, indem es dafür sorgt, dass Schülerinnen und Schüler mit einem Handicap dem ganz normalen Unterrichtsverlauf folgen können“, sagte Quilling.

Quilling sprach dem Kollegium der Dezentralen Schule in diesem Zusammenhang seinen Respekt sowie seine Anerkennung aus. Ihm sei durchaus bewusst, so der Landrat, dass der Schulalltag als Lehrer der Dezentralen Schule nicht immer einfach zu bewältigen sei. Denn die Pädagogen der Dezentralen Schule kämpften um jeden Schüler und jede Schülerin; mit Herzblut, persönlichem Einsatz und viel Idealismus. „Und das egal wie verfahren oder scheinbar aussichtslos eine Situation zunächst erscheinen mag“, machte Quilling deutlich. Dazu benötige man reichlich Fingerspitzengefühl, viel Einfühlungsvermögen und manchmal auch ein dickes Fell.

Laut einer aktuellen Umfrage unter den Lehrern der eigentlichen Schulen zeigten sich 88 Prozent der befragten Klassenlehrer mit dem Umfang der Unterstützungsangebote und 90 Prozent der Befragten mit der Qualität der pädagogischen Arbeit der Dezentralen Schule zufrieden. „Das Alles“, sagte Quilling, „spricht für die ausgezeichnete Arbeit des Kollegiums“.

Im vergangenen Schuljahr betreuten die aktuell 41 Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter rund 400 Schülerinnen und Schüler. „All diese Kinder würden ohne die Dezentralen Schule große Schwierigkeiten haben, einen Schulabschluss zu erlangen“, so Quilling abschließend. „Damit sorgt die Dezentrale Schule dafür, dass es in unserem Kreis ein Stück weit gerechter zugeht und junge Menschen eine reelle Chance bekommen.“

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