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Gesundheitliche Prävention nimmt Senioren noch zu wenig in den Blick

von Familien-Blickpunkt.de am 17/11/2011 - 11:11 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Gesundheitliche Prävention nimmt Senioren noch zu wenig in den Blick

Wiesbaden (hsm) - In Hessen soll das Angebot der gesundheitlichen Prävention für Senioren verbessert werden. „Es müssen gezielt die aktivierenden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung für Senioren ausgebaut und mehr von ihnen zur Teilnahme motiviert werden, um die körperliche, psychische und soziale Fitness der älteren Generation zu stärken. Sie ist Voraussetzung, dass Menschen im Alter so lange wie möglich selbstständig und aktiv leben können“, erklärte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, anlässlich des 3. Dialogforums der „Seniorenpolitischen Initiative“. Im Rahmen der Dialogreihe im Hessischen Sozialministerium diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über „Gesundheitliche Prävention für ältere Menschen“.

„In einer älter werdenden Gesellschaft wird es künftig noch mehr als bisher darauf ankommen, die Gesundheitskompetenz in allen Lebensphasen zu stärken“, so die Staatssekretärin. Das Alter müsse stärker in den Blick genommen werden. Prävention sei kein Privileg der Jugend oder der Menschen im mittleren Lebensalter. Auch Ältere hätten Anspruch auf vorbeugende, schützende und stützende Maßnahmen, die dem Erhalt oder der Verbesserung der Gesundheit dienen. Zugleich müsse beachtet werden, dass mit fortschreitendem Alter ein deutlicher Anstieg an gesundheitlichen Problemen zu beobachten sei - sowohl hinsichtlich der Zahl an Erkrankten als auch der Komplexität der Beeinträchtigungen. „Konzepte zur Prävention müssen deshalb von einer Vielfalt an Altersbildern und individuellen gesundheitlichen Situationen ausgehen.“

Häufige Erkrankungen bei Senioren – Chancen der Prävention

Die häufigsten Erkrankungen bei Senioren in Hessen seien Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes, Depressionen sowie Erkrankungen des Atmungssystems und Bewegungsapparates. „Unter den häufigen Erkrankungen finden sich viele, die von Lebensumständen und individuellem Lebensstil beeinflussbar sind und die man deshalb durch präventives Handeln verhindern oder in ihren Auswirkungen mildern kann.“ Dies gelte beispielsweise für Herzinfarkt oder Diabetes, denen durch Bewegung und ausgeglichene Ernährung vorgebeugt werden könne. Die Erkrankungshäufigkeit an Diabetes-Typ-2, der erworbenen oder Altersdiabetes, steige mit dem Lebensalter, könne aber durch gezielte Präventionsprogramme mit Fokus auf Bewegung und Ernährung verhindert werden. Jede fünfte 70-jährige in Hessen leide an Diabetes, bei den 75 - 80-jährigen jeder Vierte.

„Prävention ist notwendig. Vor allem ist aber die Verantwortung des einzelnen für seine Gesundheit wichtig. Ältere müssen noch mehr zur gesundheitlichen Prävention motiviert und unterstützt werden, passende Angebote zu finden.“ Dabei seien vor allem Personengruppen in den Blick zu nehmen und gezielt anzusprechen, die von sich aus solche Angebote kaum nutzten. Eine wichtige Rolle könnten Ärzte und Apotheken als erste Ansprechpartner in Sachen Gesundheit spielen, darüber hinaus Kommunen, Vereine, Verbände und andere Organisationen, die Angebote zur Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Begegnung und zum Ehrenamt machen. „Alle Erfahrungen zeigen, dass Prävention nah an den Menschen stattfinden muss, um sie zu erreichen“, so Müller-Klepper. Es gelte, die Angebote bekannter zu machen und zu vernetzen, um sie zugänglich zu gestalten.

Präventionsangebote in Hessen

Für gesundheitliche Prävention werde in Hessen bereits viel getan, hob Petra Müller-Klepper hervor. Es gebe eine Fülle von Angeboten in verschiedenen Themenfeldern. Auch sei die Nachfrage hoch: „Viele Senioren sind hier engagiert, zugleich gibt es aber nach wie vor ältere Menschen, die nicht so aktiv sind, wie dies im Interesse ihrer Gesundheit wünschenswert wäre.“ Die Landesregierung führe deshalb im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie das Projekt „GesundLeben – GesundBleiben“ durch. Ziel sei, das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Prävention zu steigern, die gesundheitliche Kompetenz in allen Lebensphasen zu stärken und entsprechende Rahmenbedingungen im Lebensumfeld zu schaffen. Müller-Klepper unterstrich die Bedeutung einer flächendeckenden gesundheitlichen Versorgung für Ältere: „Mit dem ‚Hessischen Pakt für die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung‘ werden hier Weichen gestellt.“

Modellprojekt Bewegungsparcours

Als erfolgreiches Projekt zur Gesundheitsförderung bei Älteren führte Müller-Klepper die an zwei Standorten (Hanau und Darmstadt) modellhaft erprobten Bewegungsparcours an. „Die Parcours fördern nicht nur die Bewegung im Alltag, sondern können auch zu Treffpunkten der Senioren werden.“ Die Ergebnisse seien überaus positiv: die Teilnehmer berichteten von neu gewonnener Bewegungsfähigkeit, mehr Sicherheit im Alltag und Lebensfreude durch den Kontakt in der Gruppe. Die wissenschaftliche Begleitung habe einen signifikanten Zuwachs der Ganggeschwindigkeit und der Muskelkraft in den Beinen festgestellt. „Eindrucksvoller kann die These, dass Bewegung in jedem Alter gesundheitsfördernd ist, nicht bestätigt werden.“

Hintergrundinformationen zur „Seniorenpolitischen Initiative“

Im Rahmen der „Seniorenpolitischen Initiative“ der Hessischen Landesregierung veranstaltet das Hessische Sozialministerium eine Dialogreihe mit Verbänden, Organisationen und Institutionen aus dem sozial-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Bereich. In den Foren werden die aktuelle Situation der Seniorinnen und Senioren in Hessen beleuchtet und zukünftige Herausforderungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels analysiert. Die Veranstaltungsreihe bezieht sich auf ausgewählte Aspekte der Seniorenpolitik, die den Großteil der älteren Menschen betreffen und geeignet sind, die differenzierten Bedürfnisse und Interessen der Seniorinnen und Senioren transparent zu machen. Die Dialogforen „Seniorinnen und Senioren im ehrenamtlichen Engagement“ und „Wohnen und Leben im Alter“ haben bereits stattgefunden.

Weitere geplante Themen der Reihe sind: • Ambulante und stationäre Pflege • Ältere Migranten und Integration Informationen im Internet: www.hsm.hessen.de (Senioren / Seniorenpolitische Initiative)

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