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Hessischer Gesundheitsbericht liegt vor

von Familien-Blickpunkt.de am 10/12/2011 - 15:52 |

Themenfelder: Beruf und Familie, Leben und Gesellschaft

Hessischer Gesundheitsbericht liegt vor

Wiesbaden (hsm) - Über den Gesundheitszustand der in Hessen gesetzlich krankenversicherten Bürgerinnen und Bürger informiert der Hessische Gesundheitsbericht, dessen Online-Version nun freigeschaltet wurde. „Während Akut- und hier vor allem Infektionserkrankungen lange im Zentrum der medizinischen Versorgung standen und nun durch den medizinisch-pharmakologischen Fortschritt weitgehend beherrschbar sind, sind heute Herzerkrankungen, Diabetes, psychische Erkrankungen, Lungen- und Krebserkrankungen die häufigsten Erkrankungen von Erwachsenen in Hessen. Dadurch hat sich der Anspruch an die gesundheitliche Versorgung in dieser Lebensphase grundlegend geändert“, sagte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner in Wiesbaden.

So waren 2009 nach dem Hessischen Gesundheitsbericht in Hessen etwa 1,4 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer von Herz-Kreislauferkrankungen betroffen, etwa 328.000 Frauen und 285.000 Männer an Diabetes sowie 394.000 Frauen und 193.000 Männer psychisch erkrankt. 129.230 Frauen und 112.440 Männer waren von Krebserkrankungen betroffen.

Mit dem Gesundheitsbericht Hessen stellt die Hessische Landesregierung den Gesundheitszustand der hessischen Bevölkerung dar und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Prävention und Gesundheitsförderung ab. „Erstmalig für ein Bundesland sind hier die sogenannten Morbi-RSA-Zahlen, also die Fallzahlen der über den Gesundheitsfonds abgerechneten chronischen Erkrankungen zusammengestellt und systematisch dargestellt“, erklärte Sozialminister Grüttner. Erfasst wurden im Jahr 2009 die 5 Millionen in Hessen lebenden gesetzlich versicherten Bürgerinnen und Bürger.

Für alle Altersgruppen, von Kindern und Jugendlichen bis ins Seniorenalter, wird ein Überblick über Gesundheitsfakten sowie wichtige Gesundheitsthemen gegeben. Gleichzeitig werden die Einflussfaktoren auf die Gesundheit, wie Bewegungs-, Ernährungs- und Risikoverhalten, aber auch Umwelteinflüsse, beschrieben. „Als erstem Bundesland stehen Hessen damit Gesundheitsstatistiken zur Verfügung, die nun eine alters- und geschlechtsdifferenzierte Planung der Prävention und Gesundheitsförderung zulassen“, so der Sozialminister. Die Daten werden künftig einmal pro Jahr aktualisiert.

In Zukunft werde unter anderem die Förderung der Teilnahme von Männern an Präventionsangeboten eine entscheidende Rolle spielen. Aber auch der Fokus auf psychische Erkrankungen durch sich wandelnde Arbeitsbedingungen und Familienstrukturen bei Frauen und Männern werde an Bedeutung gewinnen, betonte Grüttner. „Die häufigsten chronischen Erkrankungen wie Herz-Gefäß-Stoffwechsel-Erkrankungen, psychosomatische Leiden, Diabetes sowie Wirbelsäulen- und Gelenkkrankheiten können durch ausreichende Vorsorge vermieden, verzögert oder gelindert werden“, sagte Grüttner. Das Gesundheitswesen werde künftig ohne Prävention weder finanzierbar noch organisierbar sein. „Ein hohes Alter in Gesundheit zu erreichen ist zwar auch ein gesellschaftliches Ziel, aber vor allem bedarf es hier der individuellen Vorsorge.“

Im Rahmen des Gesundheitsförderungsplans GesundLeben – GesundBleiben werde die Hessische Landesregierung nun Präventions-Initiativen entsprechend der Erkenntnisse aus dem Gesundheitsbericht priorisieren. „Zusammen mit der hessischen Krebsgesellschaft und der Stiftung Leben mit Krebs werden wir 2012 einen Fokus auf die Prävention von Krebs legen“, berichtete der Sozialminister. Zu den Schwerpunktthemen Darm-, Haut- und Brustkrebs sollen über das Jahr verteilt in Hessen Präventionsprojekte durchgeführt werden. Hier sollen auch verstärkt Männer angesprochen werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prävention, Früherkennung und Versorgung von chronischen Erkrankungen. Für 2012 hat Sozialminister Stefan Grüttner die Schirmherrschaft für ein Diabetes-Projekt übernommen, das die Landesärztekammer Hessen unter dem Motto „Fit und gesund älter werden“ durchführt. Mit diesem Projekt wendet sich die Landesärztekammer in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten, dem Landessportbund Hessen, der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Sektion Hessen, hessenweit an Menschen über 45 Jahre, um ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, das eigene Diabetes-Risiko durch geeignete Bewegung und gesunde Ernährung zu verringern.

Aufgabe der Präventionsarbeit der Hessischen Landesregierung sei jedoch nicht nur, neue Projekte anzustoßen, sondern auch bestehende Aktivitäten zu vernetzen und somit einen optimalen Effekt zu erzielen, betonte der Minister. „Darum sind im Gesundheitsbericht viele aktuelle Projekte dargestellt – dies soll nicht nur Transparenz über das breite Spektrum der Aktivitäten schaffen, sondern auch die Möglichkeit bieten, direkt mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten.“ Wie erfolgreich Präventionsprojekte sein können, zeige das sich stabilisierende Gewicht der hessischen Kinder in der Schuleingangsuntersuchung. „Durch die zahlreichen Präventionsprojekte verschiedener Träger und der Landesregierung konnte erreicht werden, dass die Zahl der übergewichtigen Kinder in den vergangenen Jahren nicht zugenommen hat“, erklärte der Sozialminister. Es gelte, dies erfolgreich fortzusetzen.

Unabdingbar sei es auch, die gesundheitlichen Prävention und Rehabilitation in einer älter werdenden Gesellschaft stärker in den Blick zu nehmen. Insbesondere Bewegung und Ernährung hätten ganz entscheidenden Einfluss auf beinahe alle häufig auftretenden Krankheiten, auch bei älteren Menschen. „Prävention kann Pflegebedürftigkeit verhindern, zeitlich aufschieben oder in ihren Auswirkungen begrenzen. Gleiches gilt für die Rehabilitation, die gerade für ältere Menschen ein Weg sein kann, ihre gesundheitliche Situation zu verbessern und sich damit die Selbstständigkeit in ihrer Lebensführung erhalten“, so Sozialminister Grüttner.

Gesundheitsförderungsprojekte könnten die Menschen jedoch nur aufklären und motivieren, ihnen Hinweise und Tipps zu einem gesünderen Verhalten geben, betonte Grüttner abschließend: „Letztlich kommt es darauf an, dass eine jede und ein jeder sein Verhalten überprüft und gegebenenfalls ändert, um die individuelle Gesundheit zu stärken und damit die Lebensqualität zu verbessern.“

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